Schwimmst du wirklich spezifisch, hart und lange genug?

Sicher kein Geheimnis.....

Schwimmen ist bei den Triathleten immer noch mit Abstand die Disziplin die am wenigestens "geliebt" wird, braucht es doch anscheinend so viel Effort  um kleinste Fortschritte zu machen.

Auch kein Geheimnis:

Besonders Quereinsteigern die in ihrer Jugend nicht geschwommen sind, keine oder kaum Kraul Erfahrung haben dazu eine schlechte Wasserlage haben, tun sich schwer mit der ersten Disziplin.

Der Wunsch in der nächsten Saison schneller in die erste Wechselzone zu kommen, ist besonders stark in der Offseason.

Bieten sich ja die dunkelen Tage an, die eine oder andere Extra Einheit zu absolvieren.

Wenn Athleten im Coaching oder die Triathleten in die Schwimmcamps zu mir kommen stelle ich ihnen meistens 3 Fragen um mir ein Bild von zu machen.


1. Frage:

Was glaubst du ist die wichtigste Schwimmeinheit in der Woche?

2. Frage:

Möchtest du schön schwimmen oder möchtest du schnell schwimmen?

3. Frage:

Gehst du gerne schwimmen?

Hier unterscheiden sich oft die Antworten von den zielorientierten zu den prozessorientierten Athleten.

Athleten die primär schön schwimmen und an ihrer Technik feilen möchten, empfehle ich dann ein weiteres halbes Jahr den Schwimm Technik Kurs zu besuchen mit dem Hinweis, das sie gerne wiederkommen können, wenn sie sich fürs das schnell schwimmen entschieden haben.

Jeder Triathlet kann und sollte sich dabei selber reflektieren, was der Technikkurs am Ende für einen Mehrwert hatte, welche Learnings er mit nimmt um es dann in sein Training zu integrieren.

Ich empfehle jeweils ein 400m ALL - Out Leistungstest vor bzw. nach dem Technikkurs.
Das bringt schnell Klarheit und Transparenz. Die meisten Schwimmlehrer verzichten allerdings darauf.

Der Fokus bei einem Kraul Technik Schwimmkurs liegt meistens auf 3 Kerngebiete:
  • Hoher Ellbogen
  • Wasserlage / Kraulbeine
  • Atmung
Sind das Kerngebiete auf die ein Triathlet der noch 2 weitere Disziplinen zu bewältigen hat und der hauptsächlich im offenen Gewässer bei Wettkämpfen und oftmals dann auch mit einem Neopren Anzug schwimmt seinen Fokus legen sollte? 

Besonders für die Schweizer Age Group Athleten deren Hauptwettkämpfe in Rapperswil, Thun, Zug, Davos oder Murten sein werden, wo immer 100% mit Neopren geschwommen wird?

Hier werden bereits im Winter viele "Junk Miles" geschwommen, die kaum einen Effekt und keinerlei Reiz für eine Leistungssteigerung im Bezug auf das Schwimmen im Sommer darstellen.

Viele Triathleten verschwenden viel zu viel Zeit (die sie nicht haben) mit Technik, sie schwimmen zu wenig Umfänge (zu wenig gute Armzüge per Trainingssession) und zu wenig in den richtigen Intensitäten.

Dazu benutzen sie kaum oder zu wenig Hilfsmittel wie (die richtigen) Paddels und (den richtigen) Pullbuoy oder auch Flossen.


Dazu haben sie noch keinen Weg gefunden, das sie aus vollem Herzen sagen können:

"Ja, ich gehe gerne schwimmen"
"Ja, ich gehe gerne ins Schwimmbad"

Wie also Spass beim schwimmen empfinden?
Die besten Erfahrungen habe ich mit Athleten gemacht, wenn sie ihre Schwimmroutinen erneuert bzw. komplett gewechselt haben.

  • Das kann z.B. ein Schwimmbad Wechsel sein. Besonders im Winter ist es nicht unbedingt notwendig in einem 50m Becken zu schwimmen. Ein 25m Becken reicht völlig aus.
  • Das kann ein Wechsel der Trainingsgruppe sein. Ich empfehle meinen Athleten mit anderen Triathleten zu schwimmen, nicht mit Schwimmern.
  • Triathlon Trainingsgruppen im Wasser sind super, wenn sie auch von einem Triathlon Trainer angeleitet werden, der nicht unbedingt sein Technik Programm durchziehen möchte, sondern viel Wert auf Qualität und Umfang legt.
  • Wenn du eine schlechte Wasserlage hast, stelle sicher das du mit dem richtigen Pullbouy deine Wasserlage stabilisiert. Dadurch kannst du dich auf deinen Armzug  konzentrieren. 
  • Versuche an Randzeiten schwimmen zu gehen, an denen du die Bahn für dich hast und nicht in "Kampf" mit anderen Schwimmern kommst.
  • Schwimme mit Kurzflossen um deine allgemeine Schwimm Geschwindigkeit zu erhöhen
  • Investiere zusätzlich in Krafttraining für den Latissimus & oberen Rücken und baue Muskulatur auf

Nur wenn Du Spass am schwimmen hast, gehst du auch automatisch mehr schwimmen. Mehr schwimmen bedeutet in einem zweiten Schritt auch dann - mehr Möglichleiten.
Mehr gute Armzüge. Mehr gute Armzüge über Monate.....

Und mit mehr Möglichkeiten lässt sich dann das Training sehr spezifisch planen und unterteilen in eine Ausdauer Einheit, eine HIIT Einheit und eine Kraftausdauer Einheit. Dazu optional noch ein Openwater Schwimmen im Sommer und / oder eine Recovery Einheit.
Viele gute unterschiedliche Reize, statt monotones "Hin und Her schwimmen".

Und wenn wir schon bei Umfängen sind. Möchtet ihr eine andere Schwimmform im neuen Jahr haben, solltet ihr im Schnitt mindestens 3 x pro Woche ins Wasser kommen.

Mit 1 x könnt ihr vielleicht eure Schwimm Fitness erhalten, mit 2 x die Schwimm Fitness und Muskulatur erhalten, Leistungssteigerungen fangen bei 3 x schwimmen pro Woche an.
Tut mir leid, aber alles andere ist Augenwischerei meiner Meinung und Erfahrung nach.

Das Ziel eines Triathleten sollte es sein, möglichst viele und gute Armzüge in der Woche zu produzieren. Und das am besten mit viel Freude, Spass und Leidenschaft.

Der modernen Technik sei Dank. Jeder kann sich von seiner Anzahl Armzüge und Umfänge ein Bild machen.

Wieviele Armzüge machst du in der Woche, im Monat, im Jahr und welche Auswirkungen hat es auf deine Schwimm Performance gehabt?

Schwimmst du wirklich hart genug?

Intensitäten verhalten sich anders im Wasser als zu Land.

Die maximale Sauerstoffaufnahme VO2max lässt sich sehr gut im Wasser trainieren und adaptiert auch für die anderen Diziplinen. Der Transfereffekt lässt grüssen. Die Sauerstoffaufnahme ist zwar nicht der einzige Faktor, aber für die meisten Age Group Athleten liegt hier eine Menge Entwicklungspotenzial.

Also, schwimmst du wirklich hart genug?

Schwimmst du regelmässig 15m, 25m, 35m, 50m und 100m ALL Out?
Baust du regelmässig Sprints in deine Set`s ein? 
Schwimmst Du auch mit den richtigen Paddels hart?
Simulierst du dabei die Wasserlage die du an deinem Wettkampf haben wirst?

Besonders im Winter lässt sich beobachten, das viele Triathleten schon sehr lange Intervalle schwimmen von 200m - 800m schwimmen, dabei fehlt es oft an der Spritzigkeit und das richtige Tempo auf den kürzeren Distanzen.

Schwimmen tut weh und es lohnt sich bereits im Winter hier sich ein neues Schwimmprogramm zu absolvieren um dann schneller in die Wechselzone nächstes Jahr zu kommen.


Sportlichen Gruss

Martin


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