Keine Wettkämpfe - Problem oder Chance?


8 Wochen sind jetzt vergangen, seit dem sich alles grundlegend verändert hat.

8 Wochen in dem sich Ziele in Luft aufgelöst oder auf bekannt oder unbekannt verschoben haben. So wie sich die aktuelle Situation darstellt, wird es mindestens auch für die nächsten 12 Wochen keine Triathlon Wettkämpfe geben, höchstwahrscheinlich sogar länger nicht.

8 Wochen in denen ich noch nie so viel Feedback bekommen habe von den Athleten. Sehr viele Emotionen, besonders bei Athleten die mit sehr viel Leidenschaft und Hingabe ihre Ziele verfolgen.

Einige Athleten haben auch sehr schnell aufgegeben. Einige haben auch für eine neue Zusammenarbeit angefragt.

Life goes on. Triathlon goes on. Mit oder ohne Wettkämpfe.

8 Wochen in denen ich auch wieder viel über Menschen lernen konnte.

Eine Frage die mich dabei immer wieder beschäftigt hat.

Ist es wirklich ein Problem, dass keine Wettkämpfe stattfinden?


Ich habe selbst seit ca. 18 Monaten auf diversen Gebieten einige ziemlich anspruchsvolle persönliche Ziele im Visier. An einigen Tagen war ich verzweifelt, wusste nicht weiter, bis ich beschlossen habe, mich mehr vom Fluss des Lebens  treiben zu lassen, nicht so verkrampft an der Erreichung von irgendwelchen Zielen festzuhalten.

Einfach in den Flow kommen wie man so schön sagt. Auch einfach mal verrückte Dinge auszuprobieren.

In dem Augenblick, in dem ich die Ziele fast aufgegeben hatte und insofern losgelassen hatte, bot mir das Leben diverse Chancen in Form von unerwarteten Möglichkeiten und neuen Ideen.

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, in einigen Situationen, die für mich besonders problematisch sind, so zu tun, als ob es keine Probleme mehr gibt.

Wenn ich so tue, als ob es keine Probleme gibt, spüre ich sehr viel Energie und Gelassenheit für meine persönlichen Pläne und es bieten sich plötzlich neue Gelegenheiten an.
Das war meine persönliche "Lösung" für das Problem.

Als Strategie sich nur noch dem positiven Denken hingeben und so tun, dass es keine Probleme gibt?


Wer mich kennt weiss, das bin ich nicht.

Ich bin hier ziemlich geerdet und halte mich an Fakten und Möglichkeiten welche umsetzbar und realistisch sind.

Ich erlebe es in meiner Arbeit tagtäglich. Eine lösungsorientierte Herangehensweise erzielt in der Regel die grössten Fortschritte. Für mich und bei den Athleten.
Ich versuche Lösungen "sportlich schlank" und praktikabel zu halten.

Die Liste von möglichen Problemen im Zusammenhang mit Triathlon und Ausdauersport können dabei sehr vielseitig sein.

https://personal-triathloncoach.com/blog/gr%C3%BCnde-warum-du-nicht-schneller-wirst

Wenn ich ein „Problem“ entdeckt habe, mache ich den Athleten drauf aufmerksam und wir besprechen wie wir damit umgehen. Lösungen vorzugeben brauche ich in der Regel nicht. Klar manchmal Ideen, Tipps und Hinweise, was schon bei anderen Athleten funktioniert hat oder einen Verweis an eine Fachperson.

Sobald der Athlet angefangen hat sich mit der Lösung zu beschäftigen, wird vieles oft klarer. Es kommen Ideen und es ist oft so, das sie sich dann darüber ärgern nicht schon früher daran gedacht zu haben.

Sie kommen weiter. Das Problem wird zur Lösung.

Natürlich gibt es auch negative Beispiele. Der Manager der sich nicht mit Erholung beschäftigen möchte, Athleten die sich nicht für ihre Ernährung interessieren oder dem hochtalentierte Marathonläufer dem es an  Selbstvertrauen fehlt.

Meine Beoboachtung ist hier, das sie (noch) keinen Zugang zu dem Thema bekommen haben oder nicht die richtige Technik für sich wählen obwohl sie im Grunde wissen, das dort Aufholbedarf besteht.

Triathlon und viele andere Ausdauersportarten sind wie ein „Jump and Run Spiel“ –
Man muss zuerst bestimmte „Gadets“ einsammeln um in ein nächstes Level zu kommen.

Und dabei kommt es nun mal zu Hindernissen. Sich diesen zu stellen, bedarf es Mut. Mutig zu sein oder zu werden, lässt sich auch trainieren. Das ist ein schönes Ziel und eine Chance, sich weiterzuentwickeln.

Die aktuelle Situation um Corona ist ein weiteres Problem. Mehr aber auch nicht. Wir werden alle lernen mit einem solchen Problemen in Zukunft umzugehen zu müssen. Über kurze oder lange Zeit.
Hierzu bedarf es einem gutem lösungsorientierten Ansatz.

Lösungen zu entwickeln ist besonders in der jetzigen Situation ohne Wettkämpfe eine gute Strategie und kann ein schönes, motivierendes Zwischenziel auf seiner persönlichen Triathlon Reise sein.

Die Möglichkeiten an verschiedende persönlichen Techniken sind dabei fast unbegrenzt.

Gestärkt aus der Krise zu kommen ist ein lohnendes Ziel, wofür es keine Startnummer braucht.

Bleibt gesund aktiv und offen für neue Impulse

Sportlichen Gruss

Martin

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